Der erste Kapitel
Liebes – wie nennt man so etwas – Tagebuch?
Ich schreibe jetzt. In diesem seltsamen Notizbuch, das er in meine Tasche gesteckt hat. Manchmal weiß er wohl besser, was ich brauche, als ich selbst.
Dabei habe ich noch nie geschrieben. Einfach so, meine ich. Keine Liste, mit den Kleidern und Schuhen, von denen ich gerne hätte, dass er sie mir schenkt. Keine gefälschten Unterschriften auf irgendwelchen Urkunden von seinen Freunden. Nein, ich schreibe jetzt, weil ich so gerne mit jemandem reden würde. Weil mir langweilig ist, natürlich. Und weil ich manchmal, nur manchmal, auch ein klein wenig Angst habe. Angst, ich! Aber gut.
Leider kenne ich hier niemanden, mit dem ich reden könnte. Ich weiß auch nicht, wie ich jemanden kennen lernen sollte, weil ich leider nicht einmal weiß, wo ich bin. Es ist alles so schnell gegangen. Aber manchmal höre ich Stimmen am Gang, die ich nicht verstehe. Also bin ich wohl nicht mehr in den Staaten. Ich glaube, jetzt bin ich noch weiter weg.
Ich könnte natürlich die Türe des Hotelzimmers öffnen, hinausgehen und nachsehen, mir vielleicht eine Zeitung suchen, irgendwo, oder vielleicht sogar – auf Englisch – jemanden fragen, wo ich bin. Aber ich traue mich nicht. Vielleicht bin ich auch zu faul. Ich fühle mich ausgesprochen träge, muss ich zugeben, und mir ist manchmal übel…Gerade sehr…schreibe ein anderes Mal weiter…xxxxxxxxx Aurora
- 27.11.07
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